Reihenfolge beachten

Der wichtigste Punkt zuerst: Delisting ohne Ursachenbehebung ist verschwendete Zeit. Die meisten Listen tragen eine IP innerhalb von Stunden wieder ein, wenn das Verhalten unverändert bleibt. Bei Spamhaus führt wiederholtes Delisting ohne Besserung dazu, dass weitere Anträge abgelehnt werden.

Schritt 1 — Ursache finden

Die häufigsten Auslöser, in der Reihenfolge ihrer Wahrscheinlichkeit:

  • Kompromittiertes Postfach. Ein erbeutetes Passwort wird für Spam-Versand über deinen authentifizierten Server genutzt. Prüfe die Mail-Logs auf ungewöhnliche Absender, Empfängerzahlen und Sendezeiten.
  • Offenes Relay oder offener Formmailer. Ein Kontaktformular ohne Absenderprüfung genügt.
  • Gehackte Website auf demselben Server, die Spam über PHP-Mail verschickt.
  • Infizierter Rechner im Netz hinter derselben ausgehenden IP.
  • Fehlerhafte Massenaussendung — alte Adresslisten mit hoher Bounce-Rate oder Spam-Traps.
  • Nachbarschaft: Bei UCEProtect Level 2 und 3 wird wegen des Verhaltens anderer im selben Netzblock gelistet. Hier hilft nur der Hoster.

Die Rückgabecodes der jeweiligen Liste geben Hinweise auf den Grund — der Report zeigt sie zu jeder Listung mit an.

Schritt 2 — Problem abstellen

  • Betroffene Passwörter zurücksetzen, Mehr-Faktor-Authentifizierung aktivieren
  • Ausgehende Warteschlange leeren, damit nicht weiter Spam rausgeht
  • Rate-Limits für ausgehende Mail pro Konto setzen
  • Relay-Konfiguration prüfen, Formmailer absichern
  • Website auf Schadcode prüfen, CMS und Plugins aktualisieren
  • SPF, DKIM und DMARC korrekt setzen und FCrDNS einrichten

Schritt 3 — Delisting beantragen

  • Spamhaus — über das Lookup-Formular auf spamhaus.org die IP prüfen, dort steht der Removal-Link. Bei SBL-Einträgen wird manuell geprüft; eine kurze, sachliche Beschreibung der behobenen Ursache hilft. PBL-Einträge lassen sich direkt selbst entfernen, wenn die IP statisch ist.
  • SpamCop — läuft automatisch aus, in der Regel nach 24 bis 48 Stunden ohne neue Meldungen. Ein Antrag ist meist gar nicht nötig.
  • Barracuda — eigenes Removal-Formular unter barracudacentral.org. Erfordert eine gültige Kontaktadresse.
  • UCEProtect — Level 1 läuft nach sieben Tagen ohne Vorfall automatisch aus. Für sofortiges Delisting wird eine Zahlung verlangt; das ist umstritten und in aller Regel unnötig, da die Liste von großen Providern kaum ausgewertet wird.
  • SORBS, PSBL, Blocklist.de und weitere — jeweils eigenes Formular auf der Website der Liste.

Schritt 4 — Wiederholung verhindern

  • Ausgehendes Volumen überwachen und bei Ausreißern alarmieren lassen
  • Bounce-Rate im Blick behalten — dauerhaft hohe Raten sind ein Warnsignal für schlechte Listen
  • Feedback-Loops bei den großen Providern einrichten, um Beschwerden früh zu sehen
  • Regelmäßig prüfen, statt auf Beschwerden zu warten

Und bei einer Domain-Listung?

Domain-Blacklists wie Spamhaus DBL wiegen schwerer, weil sich eine Domain nicht wechseln lässt. Hier ist fast immer eine gehackte Website oder ein missbrauchter Redirect die Ursache. Der Ablauf ist derselbe: erst bereinigen, dann Delisting beantragen.

Prüfen

Sende eine E-Mail an hello@analyzemy.email. Der Report prüft die Sender-IP gegen 25 DNSBLs, die Domain gegen 6 Domain-Blacklists und alle Link-Domains gegen 3 URI-Blacklists — jeweils mit den Rückgabecodes.

Umsetzung kontrollieren

Nachdem du die Änderung im DNS gesetzt hast: Sende eine E-Mail an hello@analyzemy.email und prüfe im Report, ob sie greift.

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