Die Anforderungen im Überblick
- SPF und DKIM für jede Nachricht. Nicht eines von beiden — beide. Und die signierende Domain muss zur Absenderadresse passen.
- Ein DMARC-Record, mindestens
p=none. Die Hürde ist niedrig angesetzt, aber sie ist eine Hürde: ohne Record keine Zustellung im Massenversand. - Ausrichtung der Absenderadresse. Die Domain im sichtbaren
Frommuss zu der passen, die SPF oder DKIM bestanden hat. Ein Dienstleister, der mit eigener Domain signiert, erfüllt das nicht. - Abmeldung mit einem Klick in Werbe- und Newsletter-Mails, umgesetzt innerhalb von zwei Tagen. Details unter List-Unsubscribe einrichten.
- Beschwerderate unter 0,3 %, dauerhaft. Als Zielwert gilt 0,1 % — 0,3 % ist die Grenze, ab der gefiltert wird, nicht das Ziel.
- Gültige Vorwärts- und Rückwärtsauflösung der sendenden IP, und Zustellung über TLS.
- Formal korrekte Nachrichten nach RFC 5322 — insbesondere ein gültiger
Message-ID- undDate-Header und einFrommit genau einer Adresse.
Woran es in der Praxis scheitert
Die technischen Punkte sind an einem Nachmittag erledigt. Was tatsächlich Zustellung kostet, ist fast immer die Beschwerderate — und die lässt sich nicht konfigurieren.
0,3 % bedeutet: drei von tausend Empfängern drücken „Spam“. Das klingt viel und wird bei gekauften Adressen, alten Listen und einer schwer auffindbaren Abmeldung mühelos überschritten. Der wirksamste Hebel ist paradoxerweise eine leicht auffindbare Abmeldung: Wer sich austragen kann, klickt nicht auf Spam. Jede Spam-Markierung wiegt in der Bewertung ein Vielfaches einer Abmeldung.
Was zählt als Massenversand
Die Schwelle bezieht sich auf Nachrichten an einen Anbieter pro Tag, gezählt über die Absenderdomain — nicht auf das Gesamtvolumen. Einmal überschritten, gilt der Status weiter, auch an ruhigen Tagen.
Wer knapp darunter liegt, ist nicht ausgenommen: Dieselben Kriterien fließen ohnehin in die Bewertung ein, nur ohne die harte Schwelle. Es lohnt also nicht, das Volumen zu drücken, um unter der Grenze zu bleiben.
Transaktions- und Werbeversand trennen
Rechnungen, Passwortmails und Bestellbestätigungen sollten nicht über dieselbe Domain laufen wie der Newsletter. Zwei Gründe:
- Die Abmeldepflicht gilt für Werbung, nicht für Transaktionsmails. Ein Abmeldelink unter einer Rechnung ist sinnlos und teils rechtlich heikel.
- Beschwerden über den Newsletter beschädigen sonst die Zustellung der Passwortmails — und deren Ausfall bemerkt man erst, wenn sich Kunden nicht mehr anmelden können.
Die saubere Trennung läuft über Subdomains, etwa news.deinedomain.de für Werbung und die Hauptdomain für alles andere. Das entlastet nebenbei das SPF-Lookup-Budget.
Prüfen, bevor es zählt
Ob eine Nachricht die technischen Punkte erfüllt, zeigt sich nicht am DNS-Eintrag allein, sondern erst an der versendeten Mail. Eine Nachricht an hello@analyzemy.email prüft SPF, DKIM, DMARC-Ausrichtung, TLS, Rückwärtsauflösung und die Kopfzeilen an einer echten Zustellung.