Was eine DNSBL ist

Eine DNS-Blacklist (DNSBL, auch RBL) ist eine über DNS abfragbare Liste von IP-Adressen, die durch Spam, Angriffe oder Fehlkonfiguration aufgefallen sind. Der empfangende Mailserver dreht die IP um, hängt den Listen-Namen an und stellt eine A-Query. Kommt eine Antwort zurück, gilt die IP als gelistet — die Abfrage dauert Millisekunden und läuft bei jeder eingehenden Verbindung.

Die Konsequenzen reichen von einem Spam-Punkt im Filter bis zur direkten Ablehnung auf SMTP-Ebene. Bei Spamhaus ZEN lehnen viele große Provider ohne weitere Prüfung ab. Eine Listung ist damit das schnellste Mittel, die eigene Zustellbarkeit vollständig zu verlieren.

Welche Listen geprüft werden

Die Sender-IP wird parallel gegen 25 Listen abgefragt:

  • Spamhaus ZEN — die wichtigste Liste überhaupt, kombiniert SBL, XBL und PBL
  • SpamCop, Barracuda, SORBS und SORBS Spam
  • UCEProtect Level 1 und Level 2
  • PSBL, S5H, InterServer, DroneBL
  • Mailspike und Mailspike Z, GBUdb
  • abuse.ch und abuse.ch Combined
  • SpamEatingMonkey und SEM Backscatter
  • NordSpam, WPBL, INPS, NiX Spam (manitu)
  • Blocklist.de, SpamRATS und eine eigene Axigen-DNSBL

Zu jeder Listung wird der zurückgelieferte Antwortcode angezeigt. Diese Codes sind aussagekräftig: Sie unterscheiden etwa bei Spamhaus zwischen einer manuell gepflegten Spamquelle (SBL), einem kompromittierten Rechner (XBL) und einer Adresse aus einem Endkunden-Netz, das gar nicht direkt senden sollte (PBL).

Nicht jede Liste wiegt gleich

Bei der Bewertung kommt es sehr auf die Liste an:

  • Spamhaus, SpamCop, Barracuda — hohe Verbreitung, sofortiger Handlungsbedarf.
  • UCEProtect Level 2 und 3 — listen ganze Netzblöcke bzw. Autonome Systeme wegen des Verhaltens einzelner Nachbarn. Eine Listung sagt oft wenig über dich aus und wird von den meisten Empfängern ignoriert.
  • PBL-Einträge bedeuten meist nur, dass die IP aus einem dynamischen Bereich stammt. Wer von dort direkt sendet, braucht ohnehin einen Relay.

Entscheidend ist deshalb weniger die Anzahl der Listungen als die Frage, welche Liste anschlägt.

Was tun bei einer Listung?

Delisting ohne Ursachenbehebung ist sinnlos — die meisten Listen tragen die IP innerhalb von Stunden wieder ein. In dieser Reihenfolge vorgehen:

  • Ursache finden: kompromittiertes Postfach, offenes Relay, ein Skript mit fehlerhafter Empfängerliste oder ein infizierter Rechner im Netz.
  • Abstellen: Passwörter zurücksetzen, Relay schließen, Rate-Limits einziehen, ausgehende Warteschlange leeren.
  • Delisting beantragen — der Ablauf unterscheidet sich je Liste erheblich.
  • Vorbeugen: SPF, DKIM und DMARC sauber setzen, FCrDNS einrichten, ausgehendes Volumen überwachen.

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