Die drei Werte, die zusammenpassen müssen

Beim Verbindungsaufbau stellt sich der sendende Server mit EHLO hostname vor. Der Empfänger kann diese Angabe gegen zwei unabhängige DNS-Informationen prüfen: den PTR-Record der verbindenden IP (Reverse DNS) und den A-Record des dabei genannten Hostnamens. Erst wenn alle drei zusammenpassen, ist die Identität des Servers bestätigt:

  • IP 1.2.3.4 → PTR mail.beispiel.de
  • mail.beispiel.de → A 1.2.3.4
  • HELO-Hostname: mail.beispiel.de

Der zweite Schritt ist der entscheidende — er heißt FCrDNS (Forward-confirmed reverse DNS). Ein PTR-Record allein sagt wenig aus, weil ihn der IP-Inhaber frei setzen kann. Erst der Rückweg beweist, dass beide Seiten derselben Kontrolle unterliegen.

Was AnalyzeMy.Email prüft

  • PTR-Record der sendenden IP — existiert überhaupt einer?
  • FCrDNS — löst der PTR-Name zurück auf dieselbe IP auf?
  • HELO-Abgleich — stimmt der im SMTP-Dialog genannte Hostname mit dem Reverse DNS überein?
  • Generische Muster — Hostnamen, die auf ein Rechenzentrums-Standardschema hindeuten

Warum das so schwer wiegt

Reverse DNS ist einer der wenigen Werte, die ein Absender nicht selbst setzen kann — der PTR-Record liegt beim Inhaber des IP-Blocks, also beim Hoster. Genau das macht ihn für Empfänger so aussagekräftig: Wer einen sauberen PTR-Record hat, hat ein Vertragsverhältnis mit einem Provider und ist damit greifbar. Betreiber von Bot-Netzen haben das nicht.

Die Konsequenzen sind hart. Große Provider lehnen Verbindungen von IPs ohne PTR-Record teils direkt ab. Generische Hostnamen wie vps12345.hoster.de oder Namen, die nach dynamischer Adresse aussehen, führen häufig zu Spam-Einstufung oder Ablehnung. Eine Mail von einem Server ohne Reverse DNS erreicht Gmail oft überhaupt nicht.

Einrichtung

  • PTR beim Hoster setzen — meist im Kundenpanel bei der IP-Verwaltung, nicht in der eigenen DNS-Zone.
  • A-Record passend anlegen, damit FCrDNS aufgeht.
  • HELO auf denselben FQDN setzen — bei Postfix über myhostname beziehungsweise smtp_helo_name.
  • Sprechenden Namen wählen, etwa mail.deinedomain.de statt eines Provider-Standardnamens.
  • IPv6 nicht vergessen: Sendet der Server auch über IPv6, braucht auch diese Adresse einen PTR-Record. Fehlt er, lehnt Google ab.

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