Authentifizierung allein reicht nicht
SPF, DKIM und DMARC beantworten die Frage, wer gesendet hat. Ob eine Nachricht im Posteingang oder im Spam-Ordner landet, entscheidet sich zusätzlich daran, wie sie aufgebaut ist. Filter wie SpamAssassin und Rspamd vergeben Punkte für strukturelle Auffälligkeiten im Nachrichtentext — und viele davon entstehen bei völlig legitimen Absendern versehentlich.
Was AnalyzeMy.Email prüft
- Fehlender Plaintext-Teil: Eine reine HTML-Mail ohne
text/plain-Alternative ist ein klassisches Spam-Merkmal. Korrekt aufgebaute Mailer senden beide Teile alsmultipart/alternative. - Tracking-Pixel: Bilder mit einem oder wenigen Pixeln Kantenlänge, die ausschließlich der Öffnungsmessung dienen.
- Versteckter Text: Inhalte mit
display:none, Schriftgröße null oder Schriftfarbe gleich Hintergrundfarbe — ursprünglich eine Technik, um Filter mit unsichtbaren Wörtern zu füttern. - URL-Shortener: verkürzte Links verschleiern das Ziel und werden entsprechend bewertet.
- Bild-Text-Verhältnis: Nachrichten, die fast nur aus einer großen Grafik bestehen, sind für Filter nicht auswertbar und werden deshalb misstrauisch behandelt.
Warum diese Punkte Gewicht haben
Die Logik dahinter ist immer dieselbe: Jedes dieser Merkmale erschwert einem Filter die inhaltliche Bewertung oder war historisch ein Umgehungsversuch. Eine Mail, die nur aus einem Bild besteht, lässt sich nicht auf Textmerkmale prüfen — genau deshalb haben Spammer sie eingesetzt, und genau deshalb sind die Regeln dafür bis heute scharf.
Für legitime Newsletter ist das unangenehm, weil grafiklastige Gestaltung und Öffnungsmessung branchenüblich sind. Die Punkte summieren sich aber: Ein Tracking-Pixel allein kippt nichts, ein Tracking-Pixel plus fehlender Plaintext plus 90 Prozent Bildanteil plus ein Shortener-Link durchaus.
Konkrete Verbesserungen
- Immer beide Teile senden. Ein echter, lesbarer Plaintext-Teil — nicht nur ein Platzhalter wie „Diese Mail benötigt HTML“.
- Textanteil erhöhen. Als Faustregel sollte eine Nachricht auch ohne geladene Bilder verständlich sein.
- Alt-Texte setzen — hilft Filtern und Screenreadern gleichermaßen.
- Keine Shortener in geschäftlicher E-Mail.
- Versteckten Text vermeiden, auch den gutgemeinten Preheader. Wenn Preheader, dann sauber über die dafür vorgesehene Technik.
- Abmeldelink und Impressum in Newslettern — fehlen sie, werten manche Filter das negativ, unabhängig von der rechtlichen Pflicht.