Die 37-Prozent-Regel
SMTP überträgt seit jeher Text. Binärdateien werden deshalb in Base64 kodiert, und dabei werden aus je drei Byte vier — ein Aufschlag von rund 33 Prozent, dazu die Zeilenumbrüche. Praktisch heißt das:
Ein Anbieter, der „25 MB“ angibt, meint fast immer die Nachricht auf der Leitung, nicht die Datei im Dateimanager. Als Faustregel passt ein Anhang bis etwa drei Viertel des genannten Limits.
Es zählt das kleinste Limit auf dem Weg
Zwischen dir und dem Postfach des Empfängers liegen oft mehrere Stationen: dein Postausgangsserver, ein Filterdienst, der eigentliche Zielserver. Jede Station hat ein eigenes Limit, und die kleinste Zahl gewinnt. Deshalb scheitert eine Mail, die an einen Empfänger durchgeht, beim nächsten an derselben Größe.
Gut konfigurierte Server lehnen bereits beim MAIL FROM ab, weil der Client seine Größe über die ESMTP-Erweiterung SIZE vorab ankündigt. Kommt die Ablehnung dagegen erst nach dem Ende der Daten, wurden die 27 MB vollständig übertragen und dann verworfen — ärgerlich, aber ein Hinweis: Der Absender hat die Größe nicht angekündigt.
Auf dem eigenen Server
Bei Postfix hängt das Limit an zwei Einstellungen, und die zweite wird fast immer vergessen:
mailbox_size_limit begrenzt die Größe der Zielablage und muss mindestens so groß sein wie message_size_limit, sonst wird die Mail angenommen und danach nicht zugestellt. Der Wert 0 hebt die Begrenzung auf. Nach der Änderung ist ein Neuladen nötig.
Zu beachten: Ein hohes Limit lädt zu großen Anhängen ein, die auf dem weiteren Weg trotzdem scheitern. Es hilft nur dort, wo der eigene Server tatsächlich das Nadelöhr ist.
Der zuverlässige Weg
- Datei ablegen und verlinken. Ein Link belastet keine Größenbegrenzung und lässt sich zurückziehen — bei einem Anhang geht das nicht.
- Wirksam komprimieren. Bereits komprimierte Formate wie PDF mit Bildern, JPEG oder Videos gewinnen im Archiv fast nichts. Bei PDFs bringt das Herunterrechnen der eingebetteten Bilder deutlich mehr.
- Nicht blind teilen. Mehrteilige Archive scheitern an Filtern, die den Inhalt nicht prüfen können, und erzeugen dann einen ganz anderen Fehler.