Voraussetzungen
SPF und DKIM müssen vorher stehen. DMARC allein bewirkt nichts — es wertet nur aus, was die beiden liefern. Wichtiger noch als die Existenz ist das Alignment: Die von SPF geprüfte Envelope-Domain beziehungsweise die von DKIM signierende d=-Domain muss zur Domain im sichtbaren From-Header passen. Genau eines von beiden reicht.
Phase 1 — Record anlegen und beobachten
Starte grundsätzlich mit p=none. Diese Policy verändert nichts an der Zustellung, sorgt aber dafür, dass du Berichte bekommst.
Die wichtigsten Tags:
v=DMARC1— muss das erste Tag sein, sonst ist der Record ungültigp=— die Policy:none,quarantineoderrejectrua=— Adresse für die täglichen Aggregate-Reports. Ohne dieses Tag fliegst du blindsp=— eigene Policy für Subdomains. Fehlt sie, giltp=auch dortadkim=/aspf=— Alignment-Modus,r(relaxed, Standard) oders(strict)pct=— Anteil der Nachrichten, auf die die Policy angewendet wirdruf=— Forensic-Reports. Aus Datenschutzgründen liefern die meisten Provider sie ohnehin nicht
Phase 2 — Reports auswerten
Nach ein bis zwei Tagen treffen die ersten Aggregate-Reports ein: XML-Dateien mit einer Übersicht, welche IPs mit deiner Domain gesendet haben und wie SPF und DKIM ausgefallen sind. Hier findest du die Systeme, an die niemand mehr gedacht hat — Monitoring-Skripte, das Rechnungsprogramm, ein altes Kontaktformular.
Zwei bis vier Wochen beobachten. Ziel ist, dass jeder legitime Absender entweder SPF- oder DKIM-Alignment erreicht. Nichts verschärfen, solange noch legitime Quellen fehlschlagen.
Zeigt rua auf eine fremde Domain, muss diese die Annahme autorisieren — sonst schicken korrekt arbeitende Empfänger keine Reports:
Phase 3 — auf quarantine verschärfen
Nicht authentifizierte Nachrichten landen jetzt im Spam-Ordner. Wer vorsichtig vorgehen will, nutzt pct=25 und erhöht schrittweise. Wieder zwei bis vier Wochen beobachten.
Phase 4 — p=reject
Erst hier entsteht echter Schutz: Nachrichten, die vorgeben von deiner Domain zu stammen und es nicht belegen können, werden abgelehnt. Alles darunter ist Beobachtung, keine Abwehr.
Strict Alignment (adkim=s, aspf=s) erst am Ende aktivieren und nur, wenn alle Systeme mit exakt der Hauptdomain arbeiten. Bei Subdomain-Nutzung im Envelope-From bricht aspf=s die Zustellung.
Auch für Domains ohne Mailversand
Domains, die gar keine E-Mails versenden, sind besonders beliebte Spoofing-Ziele — es gibt ja keine Reports, die auffallen würden. Für solche Domains setzt du die strengste Policy sofort, ohne Beobachtungsphase:
Häufige Fehler
- Dauerhaft bei p=none bleiben. Der mit Abstand häufigste Zustand — und er schützt vor nichts.
- pct=0 — sieht nach Policy aus, wirkt auf keine einzige Nachricht.
- sp=none bei strengem
p=— öffnet Angreifern sämtliche Subdomains. - rua auf ein Postfach, das niemand liest. Aggregate-Reports sind XML; nutze ein Auswertungstool oder eine dafür vorgesehene Adresse.
- Zu früh auf reject, bevor alle Versandsysteme erfasst sind. Der sichere Weg führt über die Reports.
Testen
Sende eine E-Mail an hello@analyzemy.email. Der Report zeigt Policy-Stärke, Alignment, alle Audit-Findings und prüft für externe Report-Ziele die Autorisierung real im DNS nach.